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Sollen Vögel im Winter gefüttert werden?
Zu diesem Thema brachte der Sender SWR3 am 16.12.2004 einen sehr interessanten Beitrag.
Von den Moderatoren befragt wurden: Siegfried Schuster, Vorsitzender des NABU Bezirksverbandes Bodensee (ehemaliger Vogelschutzbund) und Professor Dr. Peter Berthold, Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie Vogelwarte Radolfzell-Möggingen.
Herr Schuster erklärte, dass Füttern der Vögel durch Menschen absoluter Unsinn sei. Es handle sich hierbei um einen Eingriff in die Natur und habe mit Umweltschutz nichts zu tun. Ausserdem würde man bei einer Fütterung der Vögel nur die Arten erreichen, die sich hier sowieso in Massen aufhalten. Und die könnten in der Umgebung ausreichend Futter finden. Vogelarten, die vom Aussterben bedroht seien, würde man nicht erreichen. Daher sei die Fütterung der Vögel durch Menschen abzulehnen.
Der Wissenschaftler Prof. Dr. Berthold ist jedoch völlig anderer Meinung und widersprach dieser Auffassung heftig. Durch eigene Forschung und Versuche habe er festgestellt, dass die Fütterung der Vögel sehr hilfreich für die Arterhaltung sei. So habe er auf dem Grundstück seines Instituts „Vogelhäuschen“ aufstellen lassen, damit die Vögel in geschützter Umgebung Nahrung aufnehmen können. Als Vogelfutter empfiehlt er das vom Fachhandel angebotene Futter, das z.B. auch in Säckchen, verpackt etwa wie Salami, zu haben ist. Darauf zu achten sei, dass es sich nicht um Abfälle oder verdorbene Lebensmittel sondern um sehr gute Qualität handeln soll.
Er empfiehlt ausserdem, mit der Fütterung nicht erst im Winter, sondern bereits im Herbst zu beginnen, damit die Vögel sich an die Nahrungsquelle gewöhnen können. Noch besser hält er die ganzjährige Fütterung der Vögel. Mit seinen Versuchen der ganzjährigen Fütterung hat er auch eine Vielzahl seltener und artbedrohter Vögel erreicht.
Wie er mitteilte, kenne er die Meinung der Umweltschützer, die mit der Realität nicht übereinstimme. Wer solche Behauptungen aufstelle, die Fütterung der Vögel sei schädlich, könne absolut kein Fachmann und Vogelschützer sein, sondern höchstens ein „Vogelliebhaber“, der dies so nebenbei als Hobby betreibe. Er empfiehlt allen Naturschützern, sich mit den Tatsachen vertraut zu machen und nicht solchen Unsinn zu verbreiten.
Was lernen wir hieraus?
Wer als selbst ernannter Umweltschützer nur über Halbwissen verfügt, sollte sich nicht als Experte ausgeben. Denn die Glaubwürdigkeit ist zu mindest gestört. Und das bemerken die Menschen in unserer Gegend recht schnell.
Man muss davon ausgehen, dass sich dies mit Sicherheit nicht nur auf das Gebiet Ornithologie beschränkt. Daher sollten alle Forderungen der Umweltschützer, wie zum Beispiel die Ausgrenzung der Menschen aus der Natur durch Schaffung von so genannten Schutzgebieten, äusserst kritisch betrachtet werden. Insbesondere sollten solche Gruppen es endlich unterlassen, den Menschen hier vozuschreiben, wie sie zu leben haben.
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