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Zur erheblichen Ver_ schmutzung unseres Bodenseewasser durch Wasservögel kommt die so genannte Bade-Dermatitis hinzu, eine durch Wasser- vögel über das Wasser übertragene jederzeit mögliche Haut-erkrankung der badenden Menschen.
Zerkarien heissen die Plagegeister, die im Sommer Erwachsene und vor allem Kinder beim Baden im Bodensee befallen. Sie bohren sich in die Haut ein und verursachen juckende und schmer- zende Hautentzündungen.
Es kommt immer wieder vor, dass Kinder so stark unter diesen Entzündungen leiden, dass sie sich in ärtzliche Behandlung begeben müssen.
Eigenartigerweise kommen diese Erreger hauptsächlich im Gnadensee und auf der Konstanzer Seite des Überlinger Sees vor.
Zerkarien gelangen zwischen den Wasserspflanzen in Wasserschnecken, die diese Minilarven wieder ausscheiden. Durch die Haut befallen sie auch Enten, die diese Zerkarien mit ihrem Kot ebenfalls ausscheiden.
Badende in der Flachwasserzone in Wassertiefen von 30 - 50 cm sind hier extrem gefährdet. Das trifft vor allem kleine Kinder, die im Uferbereich mit Vorliebe planschen. An den betroffenen Orten leidet der Fremdenverkehr, ganz abgesehen von der einheimischen Bevölkerung.
Was tun? Erfreulicherweise beschäftigt dies neuerdings die Politik. Der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann hat einen Projektauftrag beim Umwelt- und Verkehrsministerium in Stuttgart initiiert. Er versuchte ferner durch Gespräche mit Wissenschaftlern, insbesondere beim Seenforschungsinstitut in Langenargen zu erfahren, welche Möglichkeiten des Schutzes der Badegäste besteht.
Leider musste er erfahren, dass es hier noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, wie man der Plage Herr werden kann. Sowohl Enten als auch Schnecken müssten entsprechende Mittel fressen, die aber nicht zu ihrem täglichen Nahrungsmittelplan gehören. Statt dessen wird empfohlen, dass sich die Badenden die Haut mit entsprechenden Salben, wie z.B. Autan, schützen sollen.
Dabei wird die Aussage des Leiters des Seenforschungsinstituts von Eltern und Betroffenen als arrogant und wenig hilfreich empfunden. Empfiehlt er doch, hier "mehr Toleranz aufzubringen! Schliesslich habe man sich ja auch an Schnaken gewöhnt"!
Doch hier hört bei Eltern und Betroffenen der Spass auf. Wenn es um die Gesundheit der Kinder geht, heisst es mit Recht: "Null Toleranz !"
Hier gilt es für uns alle aufzupassen: Bei allen aus den Unter-suchungsergebnissen der Badedermatitis und der sonstigen nationalen und europäischen Untersuchungen heraus zu treffenden Massnahmen besteht durch das Einmischen der Naturschützer in Deutschland und in Brüssel die Gefahr, dass nicht die Wasser verschmutzenden Vögel z.B. durch entsprechende Zonierungen, sondern der Mensch durch "Badeverbote" aus der Natur ausgegrenzt wird.
Für bedeutend wirkungsvoller halte ich die Methode, die einige Gemeinden neuerdings praktizieren, nämlich die Tiere zu "vergraulen" und somit von den Badestränden fern zu halten. Als erste Massnahme wurde ein Fütterungsverbot von Wasservögeln angeordnet.
Wir Anwohner hier am Bodensee dürfen uns wirklich nicht alles bieten lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass der Bodensee nicht in die Hände der so genannten Naturschützer fällt.
Alle sind aufgefordert, durch Einwirken auf die Kommunal- und Landes-, Bundes- und EU-Politker gegebenenfalls auch durch entsprechende Protestaktionen dafür zu sorgen, dass hier die richtigen Entscheidungen, nicht gegen die Menschen, getroffen werden und Umweltschutz nicht "ad absurdum" geführt wird.
*) Bade-Dermatitis Grafik des Instituts für angewandte Hydrobiologie Konstanz
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